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Anzeichen einer Depression

Wie wird eine Depression erkannt?
Schuldgefühle
Körperliche Beschwerden


Wie wird eine Depression erkannt? (W.P.)

Um hier auf die richtige Spur zu kommen, empfiehlt es sich, folgende Fragen zu überlegen:
  • Besteht noch die Möglichkeit, sich zu freuen?
  • Fällt es so leicht wie früher, Entscheidungen zu treffen?
  • Hat sich die Stimmung verschlechtert bevor diese körperlichen Beschwerden aufgetreten sind, oder verschlechterte sich die Stimmung nach Auftreten der Beschwerden?
  • Bestehen Angstzustände?
  • Bestehen Einschlaf-, Durchschlaf- oder Aufwachstörungen?
  • Ist das Befinden am Morgen schlechter als am Abend?
  • Kommen Depressionen, Selbstmorde oder Alkoholismus in der Familie unter Blutsverwandten vor?
  • Bestanden früher schon einmal Perioden mit ähnlichen Zuständen oder Perioden mit depressiver Verstimmung oder auch besonderer Aktivität, welche mit einem Glücksgefühl einhergingen?

Schuldgefühle (W.P.)

Besondere Schwierigkeiten für depressive Patienten ergeben sich u.a. dadurch, dass sie meinen, persönlich von einem einmaligen Unglück betroffen zu sein und solche Schuldgefühle oder Selbstmordgedanken hätte wohl sonst niemand. Es ist daher sehr wichtig, diesen Menschen zu sagen, dass sie wirklich krank sind und dass Schuldgefühle Symptome dieser Krankheit sind und dass sie sich nicht deshalb so schlecht fühlen, weil sie irgendwann schuldig geworden sind .

Körperliche Beschwerden (W.P.)

Depressionen gehen häufig mit körperlichen Beschwerden einher, die meist recht hartnäckig sind. Dazu gehören Kopf-, Nacken- und Kreuzschmerzen, Schmerzen in den Armen und Beinen, Druckgefühle im Brustraum, das Gefühl nicht durchatmen zu können (welches oft so erlebt wird, als ob ein schwerer Stein auf der Brust läge), unklare Herzbeschwerden, Verdauungsbeschwerden (entweder in Form von Durchfällen oder Verstopfung), Übelkeit mit Beschwerden in der Magengegend und krampfartige Schmerzzustände im Unterleib.

Diese körperlichen Beschwerden können derart im Vordergrund stehen, dass die dahinter stehenden seelischen Beschwerden oft gar nicht erkannt werden. Sowohl die Patienten als auch die Angehörigen denken sehr oft, dass es sich um ein körperliches Leiden handelt. Bei den ärztlichen Untersuchungen kann dann aber in der Regel kein körperlich krankhafter Befund erhoben werden, d. h. man findet keine körperliche Ursache für diese Beschwerden. Erst ein Gespräch über den Gemütszustand kann Klärung bringen. Wir sprechen deswegen in diesen Fällen auch von maskierten oder larvierten Depressionen, weil sich die Depression hinter den körperlichen Symptomen wie hinter einer Maske oder einer Larve versteckt.

Die Situation wird oft dadurch erschwert, dass diese Patienten auch daran festhalten, körperlich krank zu sein, weil sie es als Schwäche oder Schande empfinden würden, an einer Gemütskrankheit zu leiden. Wenn man diesen Patienten sagt, dass sie eigentlich nicht körperlich sondern seelisch krank seien, kann dies zu empörten und beleidigten Reaktionen führen. Und man hört den Vorwurf, man würde den Patienten wohl für einen Hypochonder oder Hysteriker halten, was er ja tatsächlich nicht ist.